LTE als DSL Ersatz

Alle paar Jahre verlangt das Netzwerkequipment zu Hause nach ein wenig Aufmerksamkeit. Ich lebe recht zentral in München und mehr als DSL 16.000 bekommt man hier. Das Mietshaus hat keinen Glasfaseranschluss. Leider wurde und wird die Performance von meinem Anschluss mit der Zeit immer bescheidener. Im Jahr 2011 hatte ich DSL 50k gebucht und auch meist gehabt. Später hat der Provider mich freillig in einen günstigeren Tarif geschoben weil solche Performance hier nur im Reich der Phantasie stattfindet.

Nachmittags ist der Download einigermaßen akzeptabel. Container pushen + pullen, Dependencies installieren macht wenig Spaß. Wenn in der Nachbarschaft Abends gestreamt wird kommt man sich vor wie in den späten 1990er Jahren. Ich könnte jetzt auf irgendwelche Provider schimpfen aber mehr kommt aus alten Kupferdrähten in der TAE und dem Gemurkse im DSLAM nicht raus.

LTE als Alternative

Über Golem bin ich auf Freenet Funk Unlimited gestoßen. Dabei handelt es sich um einen LTE Traif ohne Volumenbegrenzung für 99 Cent pro Tag. Zahlbar nur via Paypal und täglich kündbar.
Im Monat kostet der Spaß ~ 30,11€ also 5€ teuer als mein Vodafone DSL Anschluss.

Setup

Alle Clients hängen an einem Router mit DD-WRT Firmware. Das Gateway des Routers ist ein „Reiserouter“ von GL.INet in dem das LTE Modem steckt.
Das hat einen ganzen Haufen Vorteile:

  • DD-WRT ist einigermaßen OpenSource
  • Jeder Router mit DD-WRT hat das gleiche Webinterface und man kann auch per Telnet drauf rumfummeln wenn man das möchte.
  • Falls das Gateway ausfällt / Provider gewechselt wird / neue Hardware vom Provider kommt muß nur das Modem getauscht werden und keine Clients konfiguriert werden (Darum gehts hier).

Inbetriebnahme

Die SIM Karte hatte ich nach einem Tag. Aktiviert wurde mit einer Android App. Keinerlei Probleme.
In den LTE Stick muß eine Mini-SIM eingelegt werden – an Adapter denken!
Beim ersten Einschalten muß die PIN eingetragen werden. Das kann man bestimmt mit irgendeiner Windows Anwendung machen oder mit dem Webinterface auf 192.168.8.1.

Performance + Stabilität

Mit Freenet Funk surft man im Netz der armen Leute – nämlich bei O2. In der Stadt ist das kein Problem aber auf dünner besiedelten Landstrichen kann es langsam werden.
Wichtig ist die Position und Ausrichtung des Sticks. Eine höhere Position bringt ~40% mehr Speed in beide Richtungen und halbiert den Ping. Sehr schön.

Die Verbindung ist bis jetzt stabil – ich hatte keine Offlinezeiten oder größere Latenzen. Keine Lags oder broken Pipes bei SSH. Leider ist der Standort des Modems im Moment suboptimal – neben der Wohnungstür und weit weg von Fenstern. Versuche mit CRC-9 Antennen und anderen Orten werde ich noch durchführen. Leider bietet der Stick keine granulareren Informationen zur Verbindungsqualität als 3 von 5 Balken 4g. Dieses Pythonscript zieht mehr Infos aus dem Webinterface des Sticks aber die genauere Daten zur Signalstärke habe ich noch nicht gefunden.

Erster Benchmark, Antenne liegt im gewohnten Kabelgewirr

Stick steht frei in erhöhter Position

Fazit

Surfen über LTE macht Laune. Standort und Ausrichtung des Sticks entscheiden über die Qualtät der Verbindung .
Wahrscheinlich kann ich noch ein bisschen Performance mit Antenne und Standortwechsel rauskitzeln. Ein guter Ersatz für meine DSL Leitung ist es auf jeden Fall.
Bei eklatanten Verbesserungen oder Verschlechterungen werde ich diesen Artikel aktualisieren

Bemerkung: Ich bekomme keine Zuwendungen von Freenet. Wenn Ihr auf die Amazon Links klickt springen unter Umständen ein paar € für mich raus.