Ergonomisches arbeiten mit 16:9 Displays

Heute geht es nicht um Ubuntu / Linux Basteleien, sondern um komfortables Lesen und Arbeiten mit dem Rechner. Schon seit längerem bietet der Markt eigentlich nur noch LC-Displays im Format 16:9 an. Dieses Format eignet sich hervorragend zum Anschauen von Spielfilmen, dem Spielen von Computerspielen und – was eigentlich? Das Layout der meisten Texte in meinem Kulturkreis ist auf Seitenverhältnis von 1:1,41 Hochkant ausgelegt.
Das harmonisiert nicht wirklich mit den Verhältnis 1:1,78 der meisten Computerbildschirme. Den größten Teil des Tages verbringe ich mit dem Lesen und Schreiben von Texten und nicht mit Spielen oder Filme schauen – 16:9 geht also klar an meinen Bedürfnissen vorbei.
Da heute Sonntag ist habe ich ein wenig an meinen Monitoreinstellungen herumgebastelt und gearbeitet.
Bisher habe ich 3 Displays (1* 15,6″, 1* 23″, 1*24″) mit einer jeweiligen Auflösung 1920 * 1080 Pixel genutzt. Nun habe ich ein Display im Uhrzeigersinn nach rechts gedreht und Screenshots gemacht. Im unteren Display sind die Bildschirmeinstellungen.

Im ersten Screenshot ist eine normale Newsseite im Netz zu sehen. Bemerkenswert ist der graue Rand, dieser ist sichtbar, da ich zu Testzwecken die Werbung auf der Seite ausgeblendet habe. Auffällig ist das schlechte Verhältnis von grauer Fläche zu Inhalt. Im Hochformat sieht die Sache schon ganz anders aus – weniger Grau und viel mehr Text. Informationen gehen nicht verloren. Das Rumklicken und Lesen auf der Seite macht deutlich mehr Spaß auch wenn die Darstellung ein wenig ungewohnt ist.

Internetseite einmal im Hoch- und einmal im Querformat

Viel interessanter ist der zweite Screenshot. Damit verbringe ich den größten Teil meiner Arbeitstage, dem Erstellen von unformatiertem Text. Rechts und Links ist der gleiche Code dargestellt. Der graue Balken zeigt den rechten Rand nach 120 Zeichen an. Diese Größe ist für mich sehr wichtig, da ich sehr selten und auch ungern Zeilen schreibe die länger sind.

2 mal der gleiche C Code, einmal im Hoch und einmal im Querformat.
2 mal der gleiche C Code, einmal im Hoch und einmal im Querformat.

Hier überzeugt das Hochformat! Man erkennt mehr Zeilen und muß nich so sehr am Mausrad drehen. Zum rechten Rand ist noch ein wenig Platz für Ausnahmen von der Regel und statt magerer 54 Zeilen sieht man 104 Zeilen!

Reiner Text ist meiner Meinung nach auch angenehmer zu lesen.

Faust im Browser
Faust im Browser

Zum Schluss bleibt die Frage, wie Ihr Eure Displays eingestellt habt. Arbeitet Ihr nur im Hoch oder Querformat oder nutzt Ihr beides?

6 thoughts on “Ergonomisches arbeiten mit 16:9 Displays

  1. Ich habe gerade mal testweise einen meiner Bildschirme um 90° gedreht. Man bekommt wirklich bedeutend mehr Text darauf! Leider kann ich das nicht länger testen da ich keinen der Monitore dafür gebaut ist auch so stehen zu bleiben.

  2. In deiner anfänglichen Kritik gehst du sehr stark von deinem Benutzungsverhalten aus. Ist ja auch dein Blog 😉

    Die Breitbilddisplays spielen meiner Meinung nach ihre Stärken vor allem im Mehrfensterbetrieb aus. Man kann auf einem 16:9 Display deutlich angenehmer zwei Fenster nebeneinander betrachtet. Das nivelliert dann auch das Problem mit den „großen Freiflächen“ um Internetseiten herum. Wer hat seinen Browser schon im Vollbild auf?

    Dasselbe beim Schreiben von Texten. Ich schreibe letztlich an einer Zeile, die im Kontext eines Absatzes steht. Dafür reichen die 1080 Pixel die ein handelsüblicher HD-Bildschirm in der Höhe hat vollkommen aus. Viel interessanter ist es aber wenn man mehrere Dokumente nebeneinander bearbeitet. Arbeitsflächen und Fensterleisten sind da längst nicht so flexibel, wie zwei 100% Dokumente nebeneinander zu öffnen. Selbst wenn man dann nicht das komplette Dokument in der Höhe sieht.

  3. Ich habe einen 16:10-Monitor (1920  × 1200 Pixel). Ich würde mir jederzeit wieder so einen kaufen. Die 120 Pixel mehr in der Höhe sind doch sehr nützlich. Leider werden solche Monitore immer seltener oder sie sind sehr teuer, weil sie eher im professionellen Bereichen Einsatz finden.

    Ich habe heute zum ersten Mal die Pivot-Funktion (vertikale Position) genutzt und diese hat schon einige Vorteile beim Browsen und der Anzeigen von Dokumenten. Andererseits nutze ich noch meinen Opera mit der Tableiste an der rechten Seite (geniale Funktion) und der Lesezeichen-/Feed-Leiste auf der linken Seite. Somit kann ich den Platz in der Breite optimal nutzen. Beim Firefox wird da doch sehr viel Platz verschenkt.

  4. „Im Querformat sieht die Sache schon ganz anders aus – weniger Grau und viel mehr Text.“
    Das sollte wahrscheinlich Hochformat heißen.
    Ich nutze 2560×1440 mit einem Monitor. Schon auf meinem alten FullHD-Display hatte ich den Browser aber nie maximiert, sondern ca. auf 3/5 der Breite. Gerade Wikipedia ist das beste Beispiel für die Auswirkung (oder: das schlechteste). Ich halte es für eine Unsitte, bei modernen Breitbildauflösungen den Browser zu maximieren, aber das erklärt dem Normalanwender ja niemand und die Betriebssysteme und Browser selbst weisen auch nicht auf den gravierenden Leseunterschied hin.

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